Aus der Geschichte der Schule Neuhausen

Es ist anzunehmen, dass es bereits vor dem 30-jährigen Krieg in Neuhausen eine Schule gab, denn das nur drei Kilometer von Neuhausen entfernte Kloster Metten förderte selbst in den ärmsten Jahren Schulen, die der eigenen vorgeschaltet waren. Als weiterer Hinweis darf die Tatsache angesehen werden, dass Priester, die in der Bildungsgeschichte des Klosters Metten eine Rolle spielten, zeitweise Neuhauser Pfarrer waren. Die Schule in Neuhausen dürfte allen Kindern, auch Buchbergs und der Hofmarken Offenberg und Wildenforst offen gestanden sein. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätten die Hofmarksherren selbst "zu eigen Ruhm und zu eigener Ehr" Schulen gegründet, wie es dies im 16. Jahrhundert der Winzerer Schlosseigner tat und damals in Herrscherkreisen als modern galt. In Offenberg geschah dies nicht.

In Kirchenaufzeichnungen aus dem Jahre 1632 wird erwähnt, dass im Alter von 34 oder 35 Jahren, Petrus Trostmeier, erster Schulmeister verstorben ist. In Aufzeichnungen von 1644 ist nachzulesen, dass beim Schulhaus Neuhausen ein Kuh- und Schweinestall vorhanden sind und im Garten Rebstöckl gezogen werden.

Durch diese Berichte wird davon ausgegangen, dass das erste Schulhaus zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. In der Schulchronik beschrieb 1952 der damalige Schulleiter Richard Czep, als er begann nach dem 2.Weltkrieg eine neue Chronik zu erstellen, das Schulhaus als einen großen, einstöckigen Holzbau, der am Ortseingang Neuhausens unterhalb des Friedhofes steht und zur Pfarrpfründe gehörte. 

Diese erste Schulhaus Neuhausens war zugleich Mesnerwohnhaus und insofern Pfarrhof, als dem aus dem Kloster Metten kommenden Pfarrer eine Kammer vorbehalten blieb. Damit ist klar, dass mindestens seit 1644 nicht mehr eine Pfarrschule, sondern eine gewöhnliche "teutsche" Schule bestand. Bis zur Erbauung des Pfarrhofes im Jahre 1813 blieb dem Pfarrer eine Kammer im alten Schulhaus vorbehalten. Die Lehrer dieser Zeit waren gleichzeitig Mesner und Totengräber. Nachrichten über Schulbetrieb und Schülerzahlen sind nicht vorhanden. Die Reihenfolge der Lehrer ist dagegen, von kleinen Ausnahmen abgesehen, lückenlos aus den Kirchenunterlagen zu ersehen.

1632    Erster "Schulmeister" Petrus Trostmeier verstarb im Alter von 34 oder 35 Jahren. Ihm folgte Simon Ryedl
1625 - 1644 Thomas Stehlin
1654    Jakob Reisinger
1663       Am 3.9.1663 heiratete Johannes Rott aus Plattling die Witwe Eva Barbara Reisinger und wurde so Lehrer ernannt. Um die Versorgung der Witwe zu sparen ernannte die Gemeinde den zum Lehrer, der die Witwe heiratete.
um 1700 Andreas Rott, Sohn aus dieser Ehe wird Nachfolger seines Vaters und erreicht das hohe Alter von 85 Jahren,
1743 Anton Rott, tritt die Nachfolge seines Vaters an
1746 Josef Ängstl, heiratete eine Enkelin von Andres Rott und wurde zum Lehrer ernannt.
  Ignatius Ängstl, geb. 24.2.1760, ertrank am 20.08.1809 in der Donau
1809 Ihm folgte, im Alter von erst 17 Jahren sein Sohn Franz Xaver Ängstl, der laut mündlicher Überlieferung bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in Neuhausen den Schuldienst versah.
1863 Lehrer Griebl
1882 - 1904 Theodor Ebner
1904 - 1930 Oberlehrer Schwarz - Während seiner Dienstzeit wurde das neue Schulhaus, der heutige Kindergarten erbaut. Er verstarb kurz vor Ende des 2. Weltkrieges
1930 - 1945 Anton Kratzer - leitete die Schule bis Kriegsende und wurde von der Militärregierung entlassen
1945 - 1947 Josef Bichlmeier leitete die Schule und unterrichtete die 2. Klasse (5.-8. Schülerjahrgang) mit 97 Schülern. Die  1. Klasse (1.-4.Jg.) mit 117 Kindern unterrichtete Elisabeth Körbl.
1947 - 1963 Dem heimatvertriebenen Lehrer Richard Czep, der in seiner Heimat bereits eine Schule geleitet hatte, wurde am 15.4.47 die Stelle des Schulleiters zugewiesen. Er starb am 04.07.1969im Alter von 71 Jahren.
1963 - 1992 In die Amtszeit von Rektor Josef Mader, fiel bereits zu Beginn seiner Amtszeit der Neubau des Schulgebäudes. Während seiner Amtszeit wurde die Schule Neuhausen zu einer reinen Grundschule.
1992 - 2004 Als erste Schulleiterin wirkte Rektorin Dagmar Graminger in Neuhausen. In ihre Amtszeit fiel die Renovierung des Schulgebäudes.
ab 2004 Nach sechsjähriger Dienstzeit als Rektor an der VS Grafling übernahm am 01.08.04 Richard Geck die Schulleitung.

 

 


 

Das alte Schulhaus um 1949

Dieses Gebäude wurde nach Errichtung des neuen Schulhauses ab 1965 als Rathaus, bis zum Bau des neuen Rathauses und als Kindergarten benütz.

 


Das "neue Schulhaus" nach seiner Fertigstellung im Jahre 1965 wurde inzwischen aufwendig saniert und erweitert.
Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit konnte der Schulbetrieb zum Schuljahr 2000/01 in einem schmucken Gebäude beginnen.
Die Kosten für die Baumaßnahme betrugen etwa 6,7 Millionen DM

 
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